Sonnen-Bauern-und Scheibenwand in den Chiemgauer Alpen

Tourdaten: 17. September 2020; Auf- und Abstieg je 1150 Hm; Länge 13 Km; Dauer 6 Std.

Tourenbegleiter: Werner Unger-Ullmann

Anfahrt: von Kirchheim- Merowinger Hof über die A8, Ausfahrt Rohrdorf- Aschau- bis Hainbach Wanderparkplatz; Fahrtzeit 1 Std. Parkgebühr: 2,- € Teilnehmer: 3 Damen und 6 Männer Das Wetter war zunächst bescheiden und kühl, wurde aber laufend besser, bis ab 12 Uhr ständig die Sonne schien.

Die Gruppe am Start; 8+1

Aufstieg zur 3 Gipfeltour: Sonnenwand: Vom Parkplatz sind wir kurz vor 9 Uhr losgewandert am nördlichen P-Ende, gings über die Klausgrabenbach-Brücke, da rechts auf der asphaltierten Straße bis ins Örtchen Hainbach. An der Weggabelung links und kurz danach fanden wir den Steig, der runter zum Bach führte. Den Bach querten wir mit großen Schritten über die Steinköpfe. Über die Gegenböschung hinauf durchs Gestrüpp kamen wir auf einer weglosen Wiese an. Jetzt suchten wir den Steig, der da sein sollte und fanden ihn im nahen Mischwald. Gleich gings kräftig steil aufwärts und zu unserer Freude entdeckten wir immer wieder wunderschöne Feuer- und schwarze Salamander.

FS am Weg zum Erdloch
Schwarzer Salamander darunter

Angenehm zu gehen war es im dichten Wald auf dem flacheren Steig zur Aipl Diensthütte, da war unser erstes Zwischenziel.

Auf der Forststrasse gings weiter, bis nach kurzer Wegstrecke erneut ein Steig rechts weg und steil bergan führte. Nasses Gras und Buschwerk reichte teilweise bis zur Hüfte und der Steig war glatt.

Am Steigende erreichten wir den Forststrassenwendeplatz um anschließend im Nebel auf einem schrofigen Steig, an dessen Ende über einen Weidezaun bis zur Almwiese hoch zu gehen. Über die Almwiesen wanderten wir weglos bis zu den Gebäuden der Hofbauernalm.

Kurze Rast an der Hofbauernalm

Weiter gings am Weg zur Kampenwand und an einer kleinen Einzäunung links über die steilen Almwiesen hinauf an den Felswandfuß. Nach kurzer Kletterei standen wir am Grat, allerdings etwas östlich vom Sonnenwandgipfel.

Sonnenwandgipfel, im Hintergrund die Hochries

Jetzt kam der erste Abstieg bis zur Felskante der Sonnenwand, und es ging weglos ostwärts über Stock und Stein kräftig auf und ab, einem Weidezaun entlang, danach steil aufwärts bis an den latschenbewachsenen Hang.

Über Stock und Stein weglos zur Bauernwand
Die ersten Latschen sind in Sicht

Rauf und runter, immer weiter ohne Weg, erreichten wir die Schönfeld- Hochebene und hielten Ausschau nach dem latschenbewachsenen Berg. Beinahe so; ahh, da is er ja, hatten wir das Gipfelkreuz der Bauernwand entdeckt. Der weitere Weg führte zwischen vorgelagerten Latschenbüschen durch. Nur die Krux war die: Der Bereich war auf ca. 50 m Länge und auf volle Breite von den Weidekühnen komplett zertrampelt. In jedem Kuhtrittloch stand das Wasser, denn der Boden war lehmig-bindig. Wir hatten unsere Mühe diesen Matsch trocken zu überwinden.

Der Weg-ein einziger Sumpf
Ha Haa; große Schritte sind gefordert; von Tschopf zu Tschopf

Wieder auf trockenem Almboden fanden wir auch den Zick-Zack-Steig durch die Latschen und mit einer leichten Kletterei hatten wir unseren 2. Gipfel, den der Bauernwand erreicht.

Über die Schrofen zum Gipfel
Bauernwandgipfel 1580 m
Am Bauernwandgipfel einmal so……
und einmal so; im Hintergrund li der Weitlahnerkopf, re die Hochries
Die Kampenwand
Der Schattenwandgipfel
Der Chiemsee

Nach kurzer Rast und vollem Panoramagenuss, hatten wir den Gipfel zur Nordseite überschritten. Der Steig war steil, nass und glatt, jedoch gut mit Latschen eingewachsen, an diesen wir uns gut halten konnten.

Beim Bauernwand-Abstieg

Am Sattel zwischen Bauern- und Scheibenwand gings schrofig wieder stark nach oben.

Über die Schrofen an der Südflanke zum Scheibenwandgipfel

Die Sonne lachte und wir auch, als wir am 3. Gipel, dem der Scheibenwand ( 1598 m) standen und ein herrliches Panorama betrachten durften.

An der Scharte zur Scheibenwand

Aschau im Priental
Die westseitige Kampenwand
Der Geigelstein, dahinter der Zahme – und Wilde Kaiser
Bauernwandgipfel, Weitlahner Kopf, Geigelstein, Wilder Kaiser
Am Scheibenwandgipfel

Vom Scheibenwandgipfel sind wir über die Schrofen erst zum kleinen Sattel abgestiegen und da weiter nordwärts über die steile stufenreiche und sauglatte Rinne zur Kampenwandbahn- Bergstation. Zum Glück hatten wir Latschen und Felskanten zum Festhalten, so dass wir alle fanden: “ Es war eine geile Tour“.

In der Scheibenwandrinne
Die Abstiegsrinne
Die Scheibenwandnordseite
Die Bergstation der Kampenwandbahn auf der Kampenhöhe (1467 m)

Den Tal- Abstieg machten wir über den sog. Normalweg an den Wänden der Scheiben- und Bauernwand vorbei am Weg 200 zur Hinteren Daisenalm. Da rechts über den Daisensattel und runter ins Klaustal am Bach entlang mit Wasserfällen, Gumpen und tollen Gesteinsschichten.

Im Klausgraben

Nach 6 Stunden Gehzeit hatten wir uns am Parkplatz wieder gefunden und fuhren nach Aschau zur Einkehr in den Biergarten. Es war wunderbar. Es war eine schöne, originelle, knifflige und anstrengende Tour, die wir bestens gemeistert haben.